Lazuli – Konzertbericht Hamburg 04/17

Lazuli
Marx / Hamburg
06.04.2017

Da ist er endlich, zum ersten Mal in Hamburg live auf der Bühne, der absolute Geheimtipp aus Frankreich: Lazuli.  Auf den ersten Blick ist Lazuli eine progressiv angehauchte, französisch singende Rockband aus Frankreich, dem zweiten Blick entgeht aber nicht, dass die Männer um Sänger Dominique Leonetti Instrumente spielen und beherrschen, die man so nicht häufig, wenn denn überhaupt, sieht.  Marimba und/oder  Vibraphon als Beispiel sind ja schon sehr seltene Vertreter auf Rock-Bühnen, und doch nicht so außergewöhnlich wie das Saiteninstrument namens „Léode“, welches Lazuli selbst entwickelt haben und wovon es nur ein einziges Exemplar auf der Welt gibt, zudem ist es Blickfang auf der Bühne (bedient durch Claude Leonetti). Pünktlich wie die Maurer erklomm das Quintett die Bühne des Marx und begann vor zirka 100 Zuschauern mit „Le Temps Est À La Rage“, dem ersten Song vom neuen Album „Nos Ames Saoules“, gefolgt von „Le Lierre“ (ebenfalls vom neuen Silberling) und „Déraille“ vom Album „Tant Que L’Herbe Est Grasse“ aus dem Jahre 2014. Neben der Musik trifft Monsieur Leonetti aber auch verbal die richtigen Töne (so gut wie alle Ansagen sind in Deutsch), so kritisiert er den Rechtsruck in Frankreich recht heftig (wie soll ich das mal meinen Kindern erklären?) was vom Publikum mit großem Applaus honoriert wurde. Darüber hinaus zeigten alle Musiker auch Bühnenpräsenz, vor allem der Sänger sprang wie Rumpelstilzchen um das Feuer. Insgesamt spielten die Franzosen über 100 Minuten und zogen alle Anwesenden in ihren Bann. Zum Schluss bedienten dann alle fünf das Tasteninstrument Marimba. Fazit: Gerne noch einmal und dann vor hoffentlich mehr Zuschauer, verdient haben es Lazuli allemal.