Die Toten Hosen – Laue der Natur Review

Die Toten Hosen
Laune Der Natur
JKP/WM Germany

Fünf lange Jahre hat es gedauert, bis der Nachfolger von „Ballast Der Republik“ fertig geworden ist, aber, um es vorweg zu nehmen, das Warten hat sich gelohnt. Es musste aber auch etwas Besonderes bei dem neuen Werk herauskommen, haben sich die Düsseldorfer unter anderem mit den Hits „Altes Fieber“ und gerade „Tage Wie Diese“ die Messlatte doch extrem hoch gehangen. Vor zirka 24 Monaten fingen Andi, Breiti, Campino, Kuddel und Vom Ritchie an, sich mit einem neuen Album zu beschäftigen, wie schon beim Vorgängeralbum wurde Campino bei vielen Songtexten von seinem Kumpel, Rapper Marteria (34), unterstützt. Herausgekommen sind auf Ihrem 16. Studioalbum schlussendlich 15 Songs, mal krachend, mal ruhig und nachdenklich. Los geht es mit dem rasanten „Urknall“, gefolgt vom ersten Highlight „Alles Mit Nach Hause“ und dem Beziehungssong „Wannsee“. Weitere Highlights unter allen exzellenten Songs  sind die erste Single „Unter Den Wolken“, der Titeltrack „Laune Der Natur“ (beide eigenen sich besten für die Live-Umsetzung), „Die Schöne und das Biest“, „Wie viele Jahre (Hasta La Muerte)“ oder das melancholische „Geisterhaus“. Und dann bekommt der Zuhörer bei zwei ganz speziellen Songs zumindest Gänsehaut, wenn nicht sogar Tränen in die Augen  …. Zum einen beim Song „Eine Handvoll Erde“, wo die Beerdigung des verstorbenen Hosen-Managers Jochen Hülders vertont wurde, zum anderen beim Song „Kein Grund zur Traurigkeit“ , einem Song, den Ex-Drummer Wölli,(der 1999 wegen gesundheitlicher Probleme aus der Band ausgeschieden war) später auf einem Soloalbum veröffentlicht hat. Nach „Wölli“ Rohde‘sTod in April 2016 durchsuchten die Hosen mehrere Studios und Keller in Düsseldorf. Fanden schließlich die alten Aufnahmen, die Gesangsspuren wurden herausgefiltert, die Musik und der restliche Gesang neu eingespielt. „So ist es möglich, dass er noch ein letztes Mal mit uns zusammen Musik macht“, erklärt die Band. Dieser Song beendet eines der besten, aber auf tiefsinnigsten Alben der langen Karriere der Toten Hosen. Fans der ersten Stunde werden das Kommerzielle, das Feingeschliffene am Album  verteufeln, aber 35 Jahre Musik und 35 Jahre Leben hinterlassen ihre Spuren, aber auch viele Geschichten … und darüber schreiben die fünf Freunde … hoffentlich noch lange …  „Hasta La Muerte“ (Bis zum Tod)

(AS – 10/10)