Livebericht Rock im Park Nürnberg

Rock Im Park
Nürnberg | Zeppelinfeld

Bereits am Donnerstag enterten zehntausende Fans die Stadt in Franken, um ihre Domizile rings um das Zeppelinfeld aufzuschlagen … Den musikalischen Start des ausverkauften Festivals gab‘s am Freitag dann mit Lower Than Atlantis auf der Zeppelin Stage. Es folgte ein toller Mix aus u. a. den Donots, den Punk-Rockern von Sum 41 und den Beatsteaks. Auf der Beck‘s Park Stage sorgten die Hamburger von 187 Straßenbande sowie die Beginner für ausgelassene Stimmung. Um 21:00 Uhr versammelte sich ein Großteil der 80.000 Zuschauer vor der Hauptbühne, um mit den Toten Hosen den ersten Headliner zu empfangen. Der Auftritt der Düsseldorfer verzögerte sich allerdings, vorher wurden die Park-Besucher von der Terrorwarnung inkl. Unterbrechung des Zwilling-Festivals Rock am Ring informiert. Die Stimmung ließ man sich nicht vermiesen, sodass bei den Worten Hey Ho, Let‘s Go“ (Ramones) kräftig mitgesungen wurde. MitUrknall betraten die Düsseldorfer um Frontmann Campino (55) die Bühne. Es folgte eine zweistündige Zeitreise, die aus Krachern wie „Bonnie & Clyde“ „Pushed Again“, „Steh Auf, …“,Hier Kommt Alex“ oder „Jägermeister“ bestand – Moshpits durften hier nicht fehlen. Neue Hits wie „Laune Der Natur“, der neuen Single „Unter Den Wolken“, „Wannsee“ oder „Die Schöne Und Das Biest“ wurden ebenso euphorisch angenommen. Zwischendurch gab es dann ein Block von Songs, gesungen aus der Mitte des Stadions (wie auch immer die Band dorthin gekommen war) und danach insgesamt drei Zugaben-Blöcken, die aus u. a.Bommerlunder“Tage Wie Diese“, „You‘ll Never Walk Alone“ oder „Paradis“ (gesungen vom DTH-Fan Sarah) bestanden, wurden das Publikum in die Nacht entlassen – oder zu Kraftklub, die auf der zweiten Bühne ordentlich Gas gegeben haben. Der Samstag stand im

Zeichen des Oldschool und Deutsch Rock: Während Henning Wehland und Feine Sahne Fischfilet auf der Beck‘s Park Stage einheizten, machten sich die Jungs von Alter Bridge auf der Zeppelin Stage für ihren Gig bereit. Nach 90 Minuten purem Rock standen Prophets Of Rage (Crossover aus Rage Against The Machine, Public Enemy & Cypress Hill) für ihre Show in den Startlöchern. Neben Klassikern wie „Killing In The Name“, sorgte das für Chris Cornell gespielte „Like A Stone“ für Aufsehen, denn der Gesangs-Part wurde von Serj Tankian (49, System Of A Down) übernommen. Dem Sänger wurde eine kurze Verschnaufpause gegönnt, ehe er mit seiner Hauptgruppe als zweiter Headliner vom Publikum auf die Bühne gebeten wurde. Es folgte eine Reise durch alle fünf Alben – besonders „Hypnotize“, „Chop Suey! und „B.O.Y.B.“ wurden gefeiert. Danach veranstalteten Macklemore & Ryan Lewis auf der Beck‘s Park Stage eine riesige Hip Hop-Party: „Thrift Shop, „Can‘t Hold Us“, „And We Danced und „Downtown“ sorgten für viele glückliche Gesichter. Direkt nach dem Gig kam das große Gewitter, bei dem kaum einer trockenen Fußes sein Zelt erreichte. Der abschließende Sonntag fuhr mit einem astreinen Metal-Paket auf: So heizten u. a. die Schweden von In Flames ordentlich mit u. a. „Cloud Connected“ oder „Take This Life“ ein, ehe Five Finger Death Punch übernahmen. Mit einem tollen Set, das aus u. a. „Lift Me Up“,Bad Company“, „Jekyll & Hyde“ und „The Bleeding“ bestand, wurden zehntausende Metalheads zum Moshen und Headbangen angeregt. Allen, denen das zu hart war, wurde auf der zweiten Bühne ein entspanntes Programm geboten, das aus u. a. Liam Gallagher, Simple Plan und dem Rag N‘ Bone Man („Human“, „Skin“) bestand.

Nachdem die Broilers auf der Zeppelin Stage ablieferten, versammelte sich quasi ganz Rock im Park vor dieser, um gemeinsam auf das wohl größte Highlight des Festivals zu warten: Rammstein! Die Vertreter der Neuen Deutschen Härte um Sänger Till Lindemann (54) mussten terrorbedingt ihren Auftritt bei Rock am Ring canceln – umso energiegeladener war der Auftritt im Park. Mit einem Countdown, der in einem lauten Knall inkl. Pyro endete, betraten die Berliner mit der neuen Single „Ramm 4“ die fulminant aufgebaute Bühne. Daraufhin folgte ein 90-minütiges Set der Extraklasse: Fast vergessene Hits wie „Hallelujah“ oder „Zerstören“ wurden ebenso euphorisch angenommen, wie die bekannten „Keine Lust“, „Feuer Frei!“, „Ich Tu Dir Weh“ oder „Mein Herz Brennt“. Neben der großartigen Musik ist es die Pyro- und Feuer-Show, die jedes Konzert von Rammstein zu einem fulminanten Spektakel werden lässt. So vergessen die Fans vor lauter Staunen und Mitgrölen fast das Feiern … Beim Intro von „Links 2-3-4“ konnte das Publikum endlich zeigen, wie toll es klatschen und Luftgitarre spielen kann. „Ich Will“ sorgte für einen Dialog zwischen Fans und Frontmann Till („Könnt ihr uns hören?“ – „Wir hören euch“) und spätestens bei „Du Hast“ ist dann auch die Person aus der allerletzten Ecke aufgewacht, um zu demonstrieren, wie toll diese singen/brüllen kann. Nach einer kurzen Pause gab es dann ein Zugaben-Block, der keine Wünsche mehr offen ließ: „Sonne“ (inkl. heißer Feuershow) „Amerika“ (inkl. Konfetti-Regen) und schlussendlich „Engel“ (inklusive Mr. Lindemann an riesigen, pyro-spuckenden Engelsflügeln) besiegelten das Ende des Konzertes eines würdigen, dritten Headliners. Wer noch genug Puste hatte, konnte sich auf der zweiten Bühne den Gig von Marteria anschauen, der am selben Tag sogar noch seinen Auftritt bei Rock am Ring nachholte. Mit ihm endete ein großartiges Festival! Ein großes Lob noch an alle, die dieses Festival möglich gemacht haben, Ordner, Sicherheitskräfte … alle umsichtig und immer hilfreich … gerne wieder!

Text & Fotos: Alexander Stock