Interview mit Avantasia

Metal goes to ESC
Text: Alexander Stock
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Tobias Sammet’s Avantasia brachte mit „The Metal Opera“ im Jahre 2001 das erste Album heraus. Damit begann dann Anfang des neuen Jahrtausends eine Erfolgsstory, kein Ende in Sicht. Konzept war und ist es, Songs mit mehreren Stimmen aufzunehmen. Waren es am Anfang noch Rollen, welche die Sänger ausgefüllt haben, werden bei den letzten Alben die Songs einfach zusammen interpretiert, mit beständigem, aber auch wechselndem Personal. Beständig dabei sind neben dem Gründer Tobias Sammet zum Beispiel Michael Kiske (Ex-Helloween, Unisonic, alle Alben) und Bob Catley (Magnum, ab „Metal Opera 2“), dazu kommen dann Künstler vom Schlage Jørn Lande, Alice Cooper, Geoff Tate, Dee Snider, Joe Lynn Turner oder Peter „Biff“ Byford (Sänger von Saxon), um nur einige zu nennen. Nun steht die Veröffentlichung des siebten Albums kurz bevor, hierzu konnten wir Tobias Sammet – nach der Listening Session im November – ein zweites Mal „ins Verhör“ nehmen …
Avantasia1Hardline: Hi Tobi, und wieder Hardline :-). Zuerst noch mal eine Frage zum kommenden Album „Ghostlights“: Da wurden ja nun schon einige Titel auf die Menschheit losgelassen, zudem peu à peu die Akteure bekannt gegeben, welche Reaktionen hast du bislang wahrgenommen, hast du schon einige Reviews gesehen, bist du mit dem Gelesenen zufrieden?
Tobias Sammet: Ja, ich habe schon mit diversen Pressevertretern – wie ja auch mit euch –  gesprochen und einige Reviews gelesen, es gab ein sehr positives Echo auf „Ghostlights“ und nachdem was ich gehört und gelesen habe, gehe ich davon aus, etwas richtig Großes geschaffen zu haben. Ich jedenfalls bin sehr glücklich mit dem neuen Album, aber das sage ich ja eigentlich bei jedem meiner Alben (lacht).
HL: Dann seid ihr ja ab März auf Tour, was mir an eurem Plan aufgefallen ist, sind die zum Teil großen Entfernungen, zuerst Berlin/Hamburg/Bremen, dann aber direkt danach London/Paris/Barcelona/Madrid, dann Langen (Deutschland) … und fast immer jeden Abend auf der Bühne, also aus meiner Sicht Stress pur. Wer hat diesen Plan denn zusammen gestellt?
TS: Das macht alles unsere Booking Agentur und so weit sind die Orte dann auch nicht auseinander, OK, von Paris nach Barcelona ist natürlich ’ne Strecke … aber viel schwieriger ist es, an landestypische Daten und Merkmale zu denken, es gibt zum Beispiel Länder, wo am Karfreitag nicht gespielt werden darf, da muss dann geschaut werden, wo man auftreten darf und dann halt umdisponieren …
HL: Dann war zu lesen, die Konzerte in Madrid: 2 x ausverkauft, hat dich das überrascht?
TS: Ganz klar ja, denn … es wurde vorher gesagt, Avantasia funktionieren in Spanien nicht, dieses scheint dann wohl doch anders zu sein (lacht). Wie es aktuell ausschaut wird die gesamte Tour in Spanien ausverkauft sein, und das bei einer Hallengröße um die 3000 Zuschauer pro Konzert – freut uns sehr.
HL: Dann spielt ihr bei diversen Festivals, zum Beispiel Sweden Rock Festival, Tuska Open Air in Helsinki oder Rockharz, eigentlich fehlt zum großen Glück dann noch Wacken, oder?
TS: Wacken spielen wir dieses Jahr definitiv nicht, auch nicht als Special Guest. In den letzten Jahren waren wir ja mit jedem neuen Album dort vertreten. Damit den Leuten nicht langweilig wird, lassen wir das dieses Jahr mal sein, sind allerdings – wie du das schon gesagt hattest – bei vielen anderen Festivals dabei
HL: Dann zum aktuellen Thema: Du nimmst mit Avantasia am ESC-Vorentscheid teil, wer hat Dich denn wann dazu kontaktiert, Avantasia spielen ja nicht gerade den typischen ESC Stil ?
TS: Meine Plattenfirma Nuclear Blast hatte mich um Weihnachten rum angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen kann, dort mitzumachen. Ich hab dann lange 5 Sekunden überlegt und gesagt: „Klar, warum nicht“. Wann hat man schon mal die Chance, in 3 Minuten extrem viele Menschen in diversen Ländern zu erreichen?
HL: Mit welchem Song wirst du denn dort antreten und wer hat diesen festgelegt?
TS: Also festgelegt habe ich diesen Titel selber, es wird „Mystery Of A Blood Red Rose“ werden. Das ist im Prinzip auch der einzige Titel, der dafür vom neuen Album in Frage kommt, da er im Original nicht ganz 4 Minuten ist, den kann man dann auf knapp drei Minuten runter kürzen, zudem singe ich diesen alleine. Bei allen anderen Titeln sind ja auch die anderen dabei, ich bin mir nicht ganz sicher, ob Michael Kiske oder Jørn Lande zu diesem Zeitpunkt überhaupt Zeit haben.
HL: Kennst du die anderen Künstler mit denen du dich misst?
TS: Noch nicht, aber das wird sich ja den Abend ändern (lacht).
HL: Wie schätzt du deine/eure Chancen ein ?
TS: Ob wir denn nun den Vorentscheid gewinnen, weiß ich natürlich nicht, viele Rockfans haben bereits geschrieben, dass sie sich zum ersten Mal an diesem Voting beteiligen wollen, nach dem Motto „Metal goes to ESC“. Allerdings ist die Konkurrenz ja nicht ganz ohne, da singt zum Beispiel die Gewinnerin der Sendung von The Voice, Jamie-Lee, mit, wo wahrscheinlich die ganzen Kids für abstimmen werden, schaun mer mal. Eines meiner Ziele dort ist es, den Menschen zu zeigen, dass es auch im 21. Jahrhundert noch Musik mit echten Gitarren gibt.
HL: Was gibt es sonst noch Neues aus dem Hause Avantasia/Sammet?
TS: Wir sind hocherfreut, dass die Tour wohl bald „ausverkauft“ vermelden kann, aber nicht nur hier in Deutschland, auch in England, Russland oder gerade in Brasilien laufen die Vorverkäufe richtig klasse. Viel falsch scheinen wir diesmal nicht gemacht zu haben.
HL: Dann danken wir, dass du dir nochmal für unsere Leser Zeit genommen hast, viel Erfolg für den Vorentscheid und Toi, Toi, Toi für die Tour!
TS: Danke euch, den Lesern viel Spaß mit dem neuen Album, wer mag kann gerne beim Vorentscheid für uns stimmen und besucht uns auf der Tour, wir geben dort – wie immer – alles, versprochen.