Kadavar live im Jazzhaus Freiburg

Kadavar
Support: Monolord
Jazzhaus Freiburg
01.12.2018

Die Berliner Kadavar sind in den letzten Jahren zu einer der beständigsten Bands geworden in ihrem Genre. Ihren kantigen Psychedelic Retro Rock haben sie von Album zu Album verfeinert und mit ihrer aktuellen Platte „Rough Times“ nahezu perfektioniert. Aber vor allem live haben sich Kadavar den Ruf erspielt, immer eine energiegeladene Show zu zeigen und eine der aufregendsten Bands zu sein. Und so fanden sich an diesem verregneten Samstagabend über 400 Musikverrückte im Jazzhaus in Freiburg ein, welches damit sehr gut gefüllt war, um sich genau davon zu überzeugen. Die Tour zu „Rough Times“ führte die Band das ganze Jahr über quer durch Europa und wieder hat man sich als Opener die Dienste des Göteborger Trios Monolord gesichert, die mit ihrem Mix aus Doom und Psychedelic Metal zwar musikalisch auch in Freiburg voll überzeugen konnten, aber nicht unbedingt den Anheizer gaben. Ihre oftmals schwerfällige, auch stellenweise an Black Sabbath erinnernde Musik war technisch einwandfrei gespielt, aber die Songs wirkten oftmals leider zu lange und boten nicht viel Abwechslung. Natürlich ist das alles Geschmackssache und auch Monolord hatten ihre Fans im Jazzhaus, zumindest kam ihr Auftritt beim Groß des Publikums sehr gut an. Hier gibt es auch den einzigen Kritikpunkt an diesem sonst extrem gelungenen Abend. Wenn der Veranstalter auf die Plakate und Eintrittskarte druckt, dass das Konzert um 20 Uhr beginnt, sollte dies auch eingehalten werden. Monolord mussten schon eine halbe Stunde früher auf die Bühne und spielten dadurch vor einem mehr als überschaubaren Haufen. So etwas hat nicht nur die Band nicht verdient, sondern auch diverse Fans, die hauptsächlich wegen der Vorband angereist sind. Aber sei es drum, die zweite Hälfte ihres Sets konnten die Schweden dann vor fast vollem Haus beenden. Nach einer kurzen Umbaupause war es an der Zeit und man merkte es dem Jazzhaus auch deutlich an, die Freude auf Kadavar war riesengroß. Diese betraten die Bühne mit der Ansage, dass sie heute an ihrem letzten Tourtag die Unterstützung von allen bräuchten und rockten direkt mit dem Doppel ihres aktuellen Albums „Rough Times“, „Skeleton Blues“ und „Vampires“ ordentlich los. Fantastisch, was für eine Energie das Trio aus Berlin mit ihrem Retro Rock auf die Bühne brachte, die 400 Besucher ließen sich davon sofort anstecken und machten bis zum Schluss heftig mit. Zwar lag das Hauptaugenmerk auf besagter neuen Platte, aber mit beispielsweise „Black Sun“, „All Our Thoughts“, „Come Back Life“ und „Doomsday Machine“ wurde auch ihren ersten beiden Scheiben reichlich Beachtung geschenkt. Im Grunde war es fast egal, was Kadavar lieferten, mit dieser Spielfreude und diesem starken Alben im Gepäck konnte eigentlich nichts schiefgehen und das komplette Jazzhaus „fraß“ ihnen aus der Hand. Schade, dass nach gerade mal 13 Songs dieser überragende Auftritt schon zu Ende war, es hätte sehr gerne noch eine Weile so weitergehen dürfen. Es ist einfach großartig, dass man abseits von den unzähligen Festivals und teilweise überteuerten Konzerten in großen Hallen auch noch solche energiegeladenen Club Gigs hat. Kadavar war an diesem Samstag Anfang Dezember ein absolutes Highlight!