Written By Wolves: TRÄNEN LÜGEN NICHT

Sie sind die höchst gestreamte Rockband aus Neuseeland, mit mehr als 125.000 monatlichen Hörern und mehr als 13 Millionen Streams auf Spotify und über 52.000 Abonnenten und 10 Millionen Aufrufen auf YouTube: Written By Wolfes. Bislang ist Neuseeland musikalisch – bis auf wenige Ausnahmen wie Bands Crowded House oder  Like A Storm – dem Rockfan eher unbekannt, dieses sollte sich aber spätestens ab Anfang/Mitte Novemver 2019 ändern, denn dann erblick des Debüt-Album „Secrets“ von eben „Written By Wolves“ das Licht der Welt. Ein wirklich guter Grund, und mit der Gruppe ein wenig näher zu beschäftigen, in einem Interview mit Sänger Michael Murphy konnten wir über das Quintett ein wenig mehr erfahren …

Hardline: Hallo Michael, danke dass du dir für die Leser vom Hardline-Magazin Zeit genommen hast, meinen Glückwunsch zu einem wirklich tollen Album! Da euch in Deutschland noch nicht jeder kennt, erzähl doch bitte ein wenig von euch, seit wann existiert die Band, wie habt ihr euch kennengelernt, kennt ihr euch zum Beispiel schon aus der Schulzeit …..

Michael Murphy: Halo Alex, vielen Dank für euer Interesse! Unsere Band Written By Wolves wurde Ende 2014 gegründet und wir veröffentlichten unseren ersten Track im Mai 2015. Unsere Gitarristen Davie, Bahador, unser Drummer Karl und ich kannten uns schon lange und sprachen immer mal wieder darüber, eine Band zusammen zu gründen, aber irgendwie hatte es zeitlich hat klappen sollen. Im Jahre 2014 stimmten dann schließlich alle Voraussetzungen, um gemeinsam etwas zu erschaffen, gegen Ende 2016 beschlossen wir dann, der Band ein fünftes Mitglied hinzuzufügen, um die elektronischen und perkussiven Elemente (Percussion) unserer Live-Show hervorzuheben. Wir haben Oli Lyons über gemeinsame Freunde kennengelernt und ihn gebeten, mitzumachen, und dieses, obwohl wir ihn noch nicht einmal spielen gesehen hatten. Zu unserem Glück funktionierte es sofort, es passte wirklich wie die berühmte Faust aufs Auge

HL: Was genau bedeutet euer Bandname „Written By Wolves“, wessen Idee war dieser, welche Story steckt dahinter? Aus meiner Sicht in jedem Fall kein gewöhnlicher Name ….

MM: Jeder in der Band hat etwas andere Erinnerungen daran, wie wir auf den Namen gekommen sind, aber da ich derjenige bin, der die Geschichte erzählt, werden wir mit meiner Version der Ursprungsgeschichte fortfahren:  Als die Band anfing, haben wir alle unsere „Schreibsitzungen“ bei Davie’s Heimstudio gemacht. Davie hat diese wahnsinnig süßen Hunde, die wie Miniwölfe aussehen. Eines Nachts, als der Lagerkoller einsetzte und wir alle ein wenig verrückt wurden, gingen die Hunde ins Studio, sprangen auf den Stuhl und starrten auf den Bildschirm, als wollten sie die Sitzung übernehmen … und soweit ich mich erinnern kann, ist dort der Name entstanden. Die Idee hinter dem Namen ist, dass wir als  wie ein Rudel Wölfe auftreten, im Rudel sind wir um einiges stärker, als wenn jeder einzeln sein Ding macht.

HL: Wenn ich mir euer Album anhöre, erkenne ich zumindest in einigen Phasen einen Zusammenhang mit dem Sound von Gruppen wie 30 Seconds to Mars oder Linkin Park. Welche Bands habt ihr gehört, als ihr ein wenig jünger war, welche Bands haben eventuell sogar Einfluss auf euren eigenen Stil?

MM: Sowohl Linkin Park als auch 30 Seconds to Mars haben unsere Band definitiv stark beeinflusst. Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich Linkin Park als Teenager im Radio hörte und das Gefühl hatte, etwas völlig Neues zu hören, etwas, dass ich noch nie zuvor gehört hatte. Wir haben alle sehr unterschiedliche Geschmäcker und Einflüsse und das hat unseren Sound und Stil mitgeprägt. In der Anfangsphase der Band waren wir alle große Fans der Arbeit von Hans Zimmer und seiner Fähigkeit, eine Klanglandschaft zu schaffen, wir wollten diese Idee mit Rockmusik dann zusammen erkunden. Momentan liebe ich Bands wie Bring Me The Horizon und Asking Alexandria, aber ich habe auch Bands wie Metallica, The Beatles und Led Zeppelin immer geliebt und finde diese auch heute noch gut!

HL: Wer im Hause Written By Wolves ist für die Musik, wer ist für die Lyrics zuständig? Oder werden die Songs komplett gemeinsam geschrieben und musikalisch kreiert?

MM: Davie Wong, unser Gitarrist, ist im Allgemeinen der Mastermind hinter der Musik. Normalerweise kommt er auf eine erste Idee und schickt sie mir, um dann mit der Arbeit an Texten und Melodien zu beginnen. Von dort aus treffen wir uns alle im Studio mit unserem inoffiziellen sechsten Bandmitglied und Ingenieur Rich Bryan, um den Song fertigzustellen und die gesamte Produktion für das fertige Produkt zusammenzustellen. Für dieses Album haben wir auch unseren guten Freund Thomas Oliver (der auch auf dem Track Lucky Stars zu sehen ist) hinzugezogen, um mit Produktionsideen zu helfen. Er ist ein unglaublicher Musiker aus Neuseeland, der jetzt in Deutschland lebt ….

HL: Habt ihr ausschließlich die 13 Songs, die sich auf dem Album befindet, kreiert oder habt ihr eventuell noch weitere Songs fertiggestellt, die eventuell als Bonus genutzt werden?

MM: Es gab einige Ideen, die nicht ans Tageslicht kamen, wir gingen schlussendlich mit diesen insgesamt 13 Titeln für die letzten Produktionssitzungen ins Studio. Die Idee war es eigentlich, wir würden brutal zu uns selber sein und ein oder zwei fertige Songs aus dem Album streichen. Die Produktionssitzungen waren jedoch so fantastisch, dass konnten wir uns nicht dazu durchringen konnten, einen von ihnen aus dem Album herauszuschneiden. Es gibt ein paar Ideen, die wir für Bonusmaterial haben, aber zuerst einmal sind wir jetzt mit dem 13 Songs starken „Secrets“-Album an der Startlinie.

HL: Meine Lieblingstracks auf eurem Album sind „Let It Burn“, die Ballade „Lucky Stars“, die grandiosen Pop-Rock-Elektro-Songs „Demons“ und „Help Me Through The Night“ oder die abschließende Up-Tempo-Nummer „Forever Always“. Mit welchem Song seid ihr am meisten zufrieden, welches sind eure persönlichen Highlights?

MM: Ich persönlich liebe dieses Album und jeden einzelnen Track auf diesem Album. Jeder Song hat eine tiefe persönliche Bedeutung für mich und den Rest der Band und wir haben unser Herz und unsere Seele in das gesamte Album gesteckt. Seit dem Abschluss des Albums war jeder der Titel aus verschiedenen Gründen zu verschiedenen Zeiten ein persönlicher Favorit, im Moment ist mein Favorit wahrscheinlich „Forever & Always“. Ich bekomme immer noch Gänsehaut im Outro, wenn der Chor eintritt, und schäme mich nicht zu sagen, dass ich vielleicht ein oder zwei Tränen vergossen habe, als ich diesen Track zum ersten Mal hörte.

HL: Letztes Thema Live-Gigs, gerade in der heutigen Zeit kann man mit dem Verkauf von Alben nicht wirklich viel Geld verdienen, bei Live-Tourneen sieht dieses ein wenig anders aus. Wie ich lesen konnte, seit ihr in eurer Neuseeländischen Heimat in diversen Städten am Start, ist es in Planung, auch in anderen Gegenden der Welt aufzutreten? Europa ist bei vielen Bands ein „Muss“, da hier sehr viele Rock/Metal-Fans beheimatet sind, gerade Deutschland und Skandinavien sind hier zu erwähnen. Sind Konzerte oder Festivals außerhalb eurer Heimat ein Thema?

MM: Es ist definitiv unser Plan, unsere Live-Show auch außerhalb unserer Heimat zu spielen. Wir arbeiten derzeit an Optionen und Möglichkeiten für Tourneen in Übersee, dabei sind Europa, Großbritannien und die USA große Schwerpunkte für uns. Es ist nicht eine Frage des „Wenn“, sondern des „Wann“, sodass – wenn ein paar Dinge zusammen passen –  wir uns alle eher früher als später in Deutschland sehen werden!

HL: Wir von Hardline-Magazin wünschen euch auf jeden Fall den größtmöglichen Erfolg, die letzten Worte sind eure …

MM: Vielen Dank an alle, die uns bisher unterstützt haben. Wir können es kaum erwarten, dass alle dieses Album hören und hoffen, dass sie es genauso lieben wie wir. Wir haben große Dinge für 2020 geplant und hoffen, wir sehen uns bald auf einer unserer Shows!

Text: Alexander Stock

Written By Wolves

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