Die Toten Hosen überragend beim wohl größten Auftritt in Hamburg
Es ist der letzte Donnerstag im Monat August, es herrschen hochsommerliche Temperaturen um die 30°C, beste Voraussetzungen also für ein Open Air. Nachdem die beiden Support-Bands The Stranglers und Gogol Bordello gut abgeliefert haben, war es um 19:35 Uhr Zeit für die evtl. letzte Klappe im Kapitel Tote Hosen und Live-Konzerte in Hamburg.

Im Verlauf der letzten Wochen haben bereits hunderttausende Fans die Band schon live erleben dürfen, heute kamen noch einmal 35.000 in der seit Monaten ausverkauften Location dazu. Unter lautem Jubel enterten die fünf Musketiere (Campino, Andreas „Kuddel“ von Holst, Andreas „Andi“ Meurer, Michael „Breiti“ Breitkopf und Vom Ritchie) mit „Opel Gang“ von ihrem allerersten, gleichnamigen Album von 1983 die Stage. Es folgten eine wirklich gut temperierte Setlist aus älteren Klassikern (wie u.a. „Auswärtsspiel“, „Paradies“, „Liebeslied“, „Bonnie & Clyde“, „Hier Kommt Alex“ oder „Tage Wie Diese“) und Songs vom neuen Album „Trink Aus, Wir Müssen Gehen!“ (hier u.a. „Die Show Muss Weitergehen“, „Was Ist Mit Uns Los“, bei dem der politische Rechtsruck thematisch behandelt wird).

Es ist aber auch ein knapp 2,5 Stunden langer Konzertabend mit wirklichen Überraschungen. Im ersten Teil der Zugaben (von dreien) gab sich Materia die Ehre und performte mit den Hosen den Song „Welt Der Wunder“, im zweiten Block schaute niemand geringeres als Bela B. von den Ärzten vorbei und sang zusammen mit der Band den „gemeinsamen“ Hit „Schrei nach Liebe“ (dabei fiel Bela B. etwa ungalant von der Box) und last but not least und zu Überraschung aller, kam … Trommelwirbel .. niemand Geringeres als Vicky Leandros auf die Bühne und gab – wie der aus 35.000 Menschen bestehende Chor beim Refrain – alles bei „Ich Liebe Das Leben“.

Mit dem traditionellen „You’ll Never Walk Alone“ verabschiedeten sich die Toten Hosen dann hoffentlich nur für diesen Abend! Einziger Wermutstropfen war der Sound, der teils grottenschlecht war. Nicht wenige fragten sich, ob da am Mischpult ein Praktikant sein Unwesen treibt … da gilt es für den nächsten Auftritt nachzubessern.

Text & Foto: Alexander Stock

