Plage Noire Festival – Weissenhäuser Strand

Plage Noire Festival

Weissenhäuser Strand

06.05.2022 (Tag 1)

„Nur einmal im Jahr färbt sich der Strand schwarz…“ heißt es geheimnisvoll auf der Webseite des Festivalformats PLAGE NOIRE, das im Ferien- und Freizeitpark Weissenhäuser Strand stattfindet und die schwarze Szene an die Ostsee lockt. PLAGE NOIRE (dt. „schwarzer Strand“) entführt seine Besucher in eine eigene Welt, um die sich eine uralte Legende rankt. Eine geheimnisvolle Frau geistert am Weissenhäuser Strand umher seit der Geliebte nach einer Kaperfahrt vermisst blieb. Einmal im Jahr wird sie seitdem dort gesichtet und der Strand färbt sich schwarz. Und so verwundert es nicht, dass SCHWARZ tatsächlich die Klamotten-Farbe des ersten Festivaltages (Freitag, 06. Mai 2022) war, wer Blue-Jeans trug, fiel auf. Endlich wieder Festival ohne Masken war wohl der Hauptgrund, dass zirka 2500 Menschen (nicht ganz ausverkauft) zum Ostsee-Strand pilgerten, um viele Stars der Gothik/Elektro-Szene wieder F2F zu huldigen.

Wie auch in den Vor-Corona-Jahren wurden insgesamt auf drei Bühnen gespielt, die kleinste läuft unter dem Namen „La  Rotonde“, die mittlere heißt „Salle de Fête“ und das große Zelt wurde „La Chapiteau“ benannt. Und wurde in der kleinsten und mittleren Lokation eher Elektro-Klänge verbreitet (Blitz Union und Merciful Nuns mal ausgenommen), so gaben sich die eher rockigen Formationen Heldmaschine, Tanzwut, Lord Of The Lost und abschließend Subway To Sally die Klinke in die Hand.

War es zuschauermäßig bei Heldmaschine dem frühen Auftritts-Zeitpunkt gestundet noch nicht rappelvoll im großen Zelt, änderte sich dieses bei den Mittelalter-Rockern von Tanzwut. Sänger Teufel und seine Mannen nahmen die Fans mit auf eine Reise durch 25 Jahre Bandgeschehen und stellten zudem endlich die Songs vom neuen Album „Die Tanzwur Kehrt Zurück“ (VÖ 05/2021) vor. Songs wie „Freitag der 13., „François Villon“ oder sogar die Tango-Nummer „Die Geister Die Wir Riefen“ überzeugten auf ganzer Linie!

Tanzwut

Stilistisch härter ging es dann bei der Hamburger Goth-Rock-Band Lord Of The Lost zu, Chris Harms und Band zeigten gleich am Anfang mit „Priest“ vom aktuellen Album „Judas“ (VÖ 07/2021), in welche Richtung der Abend geht. Das Zelt war voll, die Stimmung am Siedepunkt, was auch an Songs wie „Judas“, Loreley“ oder gerade „Blood for Blood“ (das gesamte Zelt war am Hüpfen) gelegen hat. Spätestens nach diesem Auftritt wurde jedem bewusst, was in den letzten zwei Jahren gefehlt hat, das Zusammenspiel zwischen Band und Publikum.

Chris Harms von Lord Of The Lost

Abgeschlossen wurde dieser Abend von den seit 30 Jahren aktiven Mittelalter-Rockern von Subway To Sally. Mit „Alles was das Herz will“ vom immer noch aktuellen Album „Hey!“ (VÖ 08/2019) stürmten Sänger Eric Fish, Violinistin und Bühnen-Blickfang Ally Storch & Kollegen die Bühne des La Chapiteau‘s. Die Beschallung wurde an diesem letzten Gig des Abends ein wenig lauter gestaltet, die Stimmung unter den Fans tat dieses aber keinen Abbruch, Songs wie das bereits im Mittelteil gespielte „Eisblumen“, „Falscher Heiland“ (immer wieder schön das gemeinsame „Halleluja“) oder das im Zugabteil gespielte „Sieben“ ließen die Fans verweilen.

Eric Fish von Subway To Sally
Eric Fish / Ally Storch von Subway To Sally

Fazit: Endlich wieder Festival, endlich wieder gemeinsames feiern, Tag eins macht Appetit auf mehr ….auf Festival-Tag zwei, unter anderem mit Joachim Witt, Lacrimas Profundere oder die kurzfristig eingesprungenen And One.

Text & Pic-Credits: Alexander Stock