Chris Norman in der Barclays Arena Hamburg: Ein grandiose Zeitreise durch fünf Jahrzehnte
Chris Norman / Barclays Arena
Ende Oktober gastierte Christopher Ward Norman, der Welt besser unter Chris Norman bekannt, in der Hamburger Barclays Arena und nahm rund 4000 Fans mit auf eine Zeitreise durch die letzten fünf Jahrzehnte.

Bereits um 19:30 Uhr erlosch das Deckenlicht und der ehemalige Gründer und Frontmann der Kult-Gruppe Smokie erschien samt Band und startete mit „Good Enough for Rock ’n‘ Roll“ vom 2021er Album „Just A Man“ in den Abend. Für die meisten ging der Abend spätestens ab Song Nummer zwei und drei, „Lay Back in the Arms of Someone“ und „Needles and Pins“, so richtig los; es wurde getanzt, gesungen und geklatscht.

Im weiteren Verlauf des Abends gab es einen munteren Wechsel zwischen Smokie-Klassikern (u.a. „It’s Your Life / For a Few Dollars More”, “If You Think You Know How to Love Me”, “Living Next Door to Alice” (glücklicherweise ohne das nervige „Who The Fuck Is Alice?“) oder “I’ll Meet You at Midnight), eigenen Songs (u.a. “Lifelines”, “Crazy”, natürlich Midnight Lady” oder “Low Life”) und teils grandiosen Coversongs (hier ist vor allem “Free Fallin’” zu erwähnen, wo man denken konnte, dass Mr. Petty (gestorben im Oktober 2017) selbst am Mikro stand).

Gerade bei seinen eigenen Songs zeigte sich Chris Norman, der auch mit 76 Jahren bestens gelaunt und bei fantastischer Stimme war, von seiner rockigen Seite und bewies, dass gute Musik keine Frage des Alters ist. Highlights des Abends waren für viele die Bonnie Tyler Hommage („Sie war nicht nur ein grandioser Mensch, sondern auch eine ganz liebe Freundin“) „It’s A Heartache“ und der Verspieler des Abends: bei „Mexican Girl“ platzierte Chris Norman den Kapodaster an die falsche Stelle auf dem Gitarrenhals und brach den Song dann nach wenigen Sekunden ab.

Das normale Set endete dann nach zwei Stunden mit „Don’t Play Your Rock ’n‘ Roll to Me“ und wurde mit „Wild Wild Angels“ und dem vielumjubelten „Oh Carol“ im Zugaben-Block weitergeführt. Beendet wurde die Zeitreise (viele sprachen auch von einer Ü55-Party) nach 130 Minuten mit „Whisky & Water“ vom 2013er Studio-Album „There And Black“, welches auch von Status Quo hätte kommen können.

Sollte Mr. Norman seinen Zweijahresrhythmus beibehalten, sehen sich alle dann hoffentlich gesund und munter im Jahr 2028 wieder …
Text & Foto: Alexander Stock
