Interviews

DYNAZTY: „So ein Quickie hat schon was ….“

Sie stammen aus Stockholm, Schweden und gehören aktuell zu den angesagtesten Melodic-Metal-Acts: Dynasty. Powersongs mit hymnischen Refrains haben sich die Mannen um Sänger Nils Molin auf die Fahne geschrieben und gerade mit ihrem letzten Album „The Dark Delight“ haben sie – längst überfällig – einen Fuß in die europäischen Albumcharts bekommen (Platz 12 in der Schweiz, Platz 33 in Deutschland). Nun steht der Nachfolger „Final Advent“ ab Ende August an der Startlinie, vorher tourt das Quintett – endlich muss man sagen – mit dem aktuellen Album durch die deutschen Clubs. Kurz vorm Gig in Hamburg hatten wir die Möglichkeit, uns mit dem Gitarristen Mike Lavér, dem Bassisten Jonathan Olsson und dem Drummer Georg Härnsten Egg zu unterhalten …

Dynatzy in Action

Hardline: Vielen Dank, dass ihr euch kurz vor dem Gig hier in Hamburg Zeit für die Hardline Leser genommen habt. Endlich wieder live hört man aus allen Winkeln dieser Welt. Ihr habt mitten in der ersten Corona-Welle euer famoses Album „The Dark Delight“ aufgenommen und konntet dieses nicht wie früher gewohnt auch live den Fans präsentieren. Wie verliefen jetzt die ersten Gigs in Deutschland nach dieser langen Zeit des Wartens, wart ihr nervös?

Mike Lavér: Nein, nicht wirklich, auch, weil wir bereits einige Gigs in den Knochen haben. Bei unserer ersten Show im letzten Herbst in Finnland, da waren wir tatsächlich ein wenig angespannt. Zum einen, weil wir zu diesem Zeitpunkt bereits längere Zeit nicht mehr live gespielt haben, zum anderen, weil wir unsere neuen Songs zum ersten Mal den Fans präsentieren konnten.

Hardline: Songs wie „Presence Of Mind“ oder „Waterfall“ habt ihr zudem durch Videos unterstützt …

Mike Lavér: Wenn man heutzutage eine Single veröffentlicht, ist ein Videodreh eine Pflichtveranstaltung! Das Erwähnenswerte beim Waterfall-Dreh ist, dass es wirklich ein Last-Minute-Video war. Wir haben es innerhalb von zwei Tagen gedreht, als wir eine kurze Tour-Pause in Schweden hatten, sozusagen ein Quickie mit einer Flasche Wein in der Hand (lacht).

Hardline: Kurz zum neuen Album „Final Advent“. Gibt es signifikante Unterschiede zum Vorgänger oder wird der erfolgreich eingeschlagene Weg mit hymnischen Refrains weitergegangen?

Mike Lavér: Im Prinzip ist es eine Fortführung vom „The Dark Delight“ Album, wir denken, dass wir dieses Mal die guten Dinge noch ein wenig besser gemacht haben.

Hardline: An welchem Punkt befindet sich das Album gerade?

Georg Härnsten Egg: Im Prinzip ist das Album in den letzten Zügen, es muss noch gemastert werden, dann sind alle Arbeiten erledigt.

Hardline: „The Dark Delight“ wurde von Jacob Hansen welcher auch schon mit Bands wie Volbeat zusammenarbeitet hat, mitproduziert und auch gemischt. Wie entstand diese Zusammenarbeit?

Mike Lavér: Jacob ist ein sehr bekannter Name im Business, unser Sänger Nils, der ja auch bei Amaranthe am Mikro steht, hat in dieser Kombination schon mit ihm zusammengearbeitet, von daher war der Weg zu Jacob dann nicht wirklich weit.

Jonathan Olsson: Es ist wie so häufig im Musikbusiness, der eine kennt jemanden, der dann wieder einen anderen kennt, Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat!

Hardline: Mitte Mai findet wieder der Eurovision Song Contest statt, den letztes Jahr die Rockband Måneskin gewonnen hatte. Würdet ihr auch bei einem solchen Format mitmachen, wenn man euch fragen würde?

Mike Lavér: Wir haben in unserer Heimat vor zehn Jahren an diesem Wettbewerb teilgenommen. Es war eine großartige Erfahrung, es hat wirklich viel Spaß gemacht, einer Wiederholung bedarf es dann aber doch nicht. Das eine Mal hat uns gelangt, Haken hinter, Blick nach vorne!

Hardline: Wie ich auf der Setlist der bereits gespielten Gigs von euch lesen konnte, habt ihr auch neue Songs wie „Advent“ oder „Yours“ mit integriert, wie schwierig ist es innerhalb der Band, sich auf die 15 Songs zu einigen, wissend, dass ihr bereits sieben Studio-Alben herausgebracht habt …

Mike Lavér: Ach, eigentlich sind wir da alle meist sehr nahe beieinander, am Ende hat Nils dann das letzte Wort, auch weil er die Songs singen muss. Zum einen sollen sie in der Reihenfolge harmonieren, zum anderen würde es seiner Stimme nicht guttun, wenn wir ausschließlich schnelle Songs spielen. Also kombinieren wir die Setlist so, dass auch Instrumental-Passagen ihren Platz finden und seine Stimme sich kurz erholen kann.

Hardline: Dann freue ich mich gleich auf den Gig – das war es kurz und knapp von meiner Seite aus, die letzten Worte sind eure …

Mike Lavér: Eine Info könnte für die Fans nicht uninteressant sein, denn wir werden demnächst einen neuen Song veröffentlichen. Den Namen dürfen wir noch nicht verraten, aber es ist ein schneller Song, einer meiner persönlichen Favoriten, also seid gespannt. Ansonsten kommt gerne zu unseren Shows und bleibt gesund, cheers.

Text: Alexander Stock