Die Toten Hosen – „Alles Aus Liebe: 40 Jahre Die Toten Hosen“

Die Toten Hosen

„Alles Aus Liebe: 40 Jahre Die Toten Hosen“

Jkp (Warner)

Anfang 1982 gründeten fünf Freunde, die sich unter anderem aus den versprengten Resten der damaligen Underground-Deutschpunk-Legende ZK rekrutierten, in Düsseldorf Die Toten Hosen. Die Prognosen aus ihrem Umfeld für die Lebensdauer der Band lauteten: Wenige Monate. Nun, genau 40 Jahre später, stehen die fünf Herren (Campino am Mikro, Andreas „Kuddel“ von Holst, Michael „Breiti“ Breitkopf an den Gitarren, Andreas „Andi“ Meurer am Bass und seit 1998 Stephen George „Vom“ Ritchie an den Drums) immer noch auf den Brettern, die die Welt bedeuten, spielen in den größten Hallen, headlinen die größten Festivals und liefern ein Nummer-Eins-Album nach dem anderen. Die Düsseldorfer beherrschen es wie kaum eine andere Band, alle Schichten unter sich zu vereinen, dieses meist mit Party-kompatibler Musik („Altes Fieber“, „Auswärtsspiel“, „Hier Kommt Alex“, „Steh auf, wenn du am Boden bist“, „Paradis“, „Bayern“ „Zehn Kleine Jägermeister“, Tage Wie Diese“ oder „Eisgekühlter Bommerlunder, um nur einige Beispiele zu nennen), die auch nach dem x-ten alkoholischen Getränk mitgegrölt werden kann. Es gibt aber auch die ruhigeren Momente in den vergangenen 40 Jahren, Songs, die dem Zuschauer bzw. Hörer die Tränen in die Augen treiben („Nur Zu Besuch“, Draußen Vor Der Tür oder „Alles Passiert“) und dann natürlich die Kracher aus der Frühphase („Opel Gang“, „Liebesspieler“, „Wünsch Dir Was“ oder „Du Lebst Nur Einmal“) welche die Fans pogen und moshen lässt, gerade hier hat sich in den vergangenen vierzig Jahren kaum etwas geändert, Tradition verpflichtet! All diese erwähnten Songs plus vieles mehr (sieben neuen Songs, drei Remixe, drei neu eingespielte Songs, unter anderem „Wort zum Sonntag“ 70 ist die neue 60, ihr Lutscher!-Mix) präsentieren die Toten Hosen jetzt zusammen auf ihrem neuen Doppel-CD-Album oder auch wahlweise als Vierfach-Vinyl-LP-Box „Alles Aus Liebe: 40 Jahre Die Toten Hosen“. Zu den neuen Songs, „3 Akkorde für ein Hallelujah!“ ist der instrumentale Beginn des Geburtstag-Albums („Die längst überfällige Titelmelodie zu unserem damaligen Film, starring Uwe Faust – Gott hab ihn selig.“), dann entführt „Alle Sagen Das“ den Hörer in die Anfangstage der Düsseldorfer, „Scheiss Wessis“ wird sich ab 2022 in wohl jeder Live-Setlist wiederfinden, auch „Amore Felice“ (ein wirklich typischer Hosen-Song) ist bestens zum Mitgrölen geeignet, allein der Refrain incl.  Ohohooo Passagen funktioniert auch bei zwei Promille.  „Teufel“ erinnerte subjektiv empfunden anfangs an „Laune Der Natur“, bei „112“ hat sich das Quintett sich selbst ein Lied zum Geburtstag geschrieben. Holt die Kuchengabeln raus, macht ein paar Kerzen an und feiert mit! Und mit „Chaot (In Mir)“ feiern sich Campino und Co mit einem Augenzwinkern (oder auch nicht), sich selbst geblieben zu sein … und dieses nicht nur wenige Wochen, sondern seit 40Jahren, Chapeau! Alles in allem ein grandioses Geburtstags-Album mit 43 Songs und einer Gesamtspielzeit von gut 147 Minuten, mehr geht eigentlich nicht! Campinos Worte an seine Mitstreiter zeigen, in welche Richtung es auch weiter gehen wird: „Nun haben wir Toten Hosen 40 Jahre hinter uns, zusammen mit Kiki, Patrick und Knacki und all den anderen, die auf uns aufpassen und uns das Leben leichter machen. Wenn wir an unsere Tief- und Höhepunkte denken, fallen uns meist dieselben Dinge ein. Vom 1000. Konzert in Düsseldorf bis zu den schlaflosen Nächten in Argentinien, vom Polizeichef auf der Bühne in Tadschikistan bis zu den Punks in Myanmar, von Peking bis nach Bingen am Rhein. Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber für mich ist es das Beste am Leben mit euch zusammen die Welt zu entdecken. Manche Flecken haben wir auch noch gar nicht gesehen. Ich bin mir sicher: Ein paar Abenteuer warten da draußen noch auf uns. Und unsere alte Verabredung steht ja auch noch: Treffpunkt Düsseldorfer Südfriedhof… Schön, dass ihr da seid!“

(10/10 – AS