Reviews

Judas Priest – „Invincible Shield“

Judas Priest

„Invincible Shield“

Columbia Records / Sony

Es ist erstaunlich. Jedes Mal, wenn eine alteingesessene Metalband verkündet ein neues Album zu veröffentlichen, dreht die Metal-Welt durch. Ob AC/DC (wobei die streng genommen keine Metalband sind), Metallica, Iron Maiden oder eben Judas Priest. Und wenn man ehrlich ist, diese Bands brauchen weder Werbung noch Reviews, denn die Fans werden die Alben so oder so kaufen. Und in vielen Fällen scheitern diese Bands in den Augen der Fans an den Ansprüchen, die in sie gesetzt wurden. Aber meistens verzeiht man ihnen das eh. Hier reden wir immerhin von Metal-Royalty – Der Metal-Hochadel. Warum steige ich so in eine Review ein? Weil auch ich mich des Öfteren ertappe, dass ich Erwartungen hege, die vielleicht etwas hochgelegt wurden. Das letzte Album „Firepower“ (2018) zählt für mich immerhin zu den besten Priest-Alben überhaupt. Da war die Frische enthalten, die ich bei vielen Bands (inklusive den mächtigen Maiden) vermisse – auch bei Judas Priest selbst. Das letzte richtig gute Album der Band war Halfords Comeback „Angel Of Retribution“ (2005) und dann kam „Firepower“ und hat mich umgehauen. Ein Album bei dem man deutlich den Einfluss von Richie Faulkner merkte. Es war auch das letzte Album, bei dem Glenn Tipton aktiv mitspielen konnte. Durch seine Krankheit ist das bekanntlich nicht mehr möglich. Umso mehr habe ich gehofft, dass „Invincible Shield“ den eingeschlagenen Weg von „Firepower“ weitergehen würde. Doch man wollte wohl eher auf Nummer sicher gehen und hat sich auf die alten Meisterwerke wie „Defenders Of The Faith“ oder „British Steel“ konzentrieren, was an sich keine schlechte Sache wäre. Doch jedes Album hat seine Zeit. Mit „Panic Attack“ steigt die Band auch standesgemäß ins Album ein und lässt einen sogar ein wenig an „Turbo“ (1986) erinnern. Gerade die donnernden Drums von Scott Travis gefallen sehr. Ein treibender Song, der sich perfekt als Opener eignet. Auch die nachfolgenden Songs wissen zu gefallen und werden vor allen bei den Die Hard-Fans leuchtende Augen hervorrufen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich vor allem die Songs favorisiere, bei denen Rob Halford in tieferen Stimmlagen bleibt. Songs wie „Devil In Disguise“, der Titelsong, „Gates Of Hell“ oder „Crown Of Horns“ sind totale Highlights, von denen ich mir mehr auf diesem Album gewünscht hätte. Das ist jetzt Meckern auf allerhöchstem Niveau, denn das Album an sich ist wirklich gut, nur gemessen am Vorgänger ein wenig zu sehr die sichere Nummer.

(7,5/10 – PSJ)