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Beautiful Darkness – Where The Moonlight Is My Sun

Die Stolberger Band Beautiful Darkness aus NRW sind wirklich purer Underground, wenn ich mir ihre Biografie so durchlese! Gegründet 1991 brachten sie ohne Pressebemusterung und damals nur auf Konzerten verschiedene Demos an die Fans und lösten sich 2001 auf. Im Netz gibt es daher auch wenige Informationen über diese Gothic Rock/Metal-Band. Seit einiger Zeit ist die Truppe anscheinend wieder aktiv und haut das offizielle zweite Album „Where The Moonlight Is My Sun“ heraus. An der Aufmachung sieht der Kenner direkt, dass diese CD schon etwas älter ist, da die Optik doch recht nach einer Eigenproduktion aus den frühen 2000ern aussieht. Im zwei Seiten Booklet lese ich dann, dass die Produktion von 1996 ist. Der Klang ist dabei echt gelungen. Es wechseln sich ein Mann und eine Frau beim Gesang ab. Schubladen waren aber nie der Fall von Beautiful Darkness, sodass hier kein Klischee-Gothic Metal/Rock zelebriert wird. Eher melancholische Hard Rock-Musik, die mehr oder weniger in die eine oder andere Schublade gesteckt werden kann. Das ist heute recht erfrischend, da das Songwriting einfach nicht vorhersehbar ist und so einige Überraschungen auf den Hörer reinbrechen. Leider ist die CD ab dem fünften Lied zu Ende und man hat wohl ein uraltes Demo im zeitweiligen Scheppersound („Back From The Dead“) dazu gepackt, auf der eine Art Death Metal mit nervigen Growls und viel Doom gepackt wurde. Dieser Stilbruch ist dann weder gekennzeichnet, noch wirklich passend. Wer auf ganz frühe Anathema und My Dying Bride abfährt könnte da noch Spaß haben. Das hätte die Band auf der Hülle irgendwie kenntlich machen müssen! Auch stimmt die Trackliste der CD und des Backcovers nicht überein. Auf der CD sind acht Lieder und eines mit zwölf Minuten Überlänge und auf der Hülle sind es acht. Wahrscheinlich wurden die letzten beiden Tracks einfach nicht geteilt auf der finalen CD. Am Ende des Albums wird dann der melancholische Stil der ersten fünf Lieder erneut aufgegriffen. Etwas konfus, aber im Grunde nicht schlecht!

(6/10 – TD)

Label: Eigenproduktion