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Tragedy – „I Am Woman“

Tragedy
“I Am Woman”
Napalm Records / Universal Music
2008 legten die Herren von Tragedy mit dem Album „We Rock Sweet Balls And Can Do No Wrong – A Metal Tribute To The Bee Gees” den Grundstein für ein neues Musikgenre mit der Bezeichnung Disco Metal. Weitere Veröffentlichungen sollten folgen. Nachdem man 2019 schon ein Album nur mit metallisierten Songs aus Filmen herausgebracht hatte, sind auf „I Am Woman“ nun nur Stücke zu finden, die, wie der Albumtitel es vermuten lässt, zuvor von Frauen eingesungen wurden. Durch den metallischen Fleischwolf gedreht wurden hier Klassiker
wie „Le Freak“ von Chic, „Venus“ von Shocking Blue bzw. Bananarama, Sheryl Crow’s „All I Wanna Do“ oder der Titelsong zum James Bond-Film „Goldfinger“ von Shirley Bassey. Also nicht nur Songs, die in den Tanztempeln gespielt werden. Der Metal-Anteil wird auf „I Am Woman“ besonders hochgehalten, und neben traditionellen Referenzen wie Deep Purple’s „Smoke On The Water“ in „She Bop“ (Cindy Lauper) oder Led Zeppelin in „Goldfinger“, wird z.B. in „Memory“ aus dem Musical „Cats“ auch schon mal die Nu Metal-Keule herausgeholt. Das Ganze ist hochprofessionell umgesetzt und Tragedy sind wahrlich keine Stümper an ihren Instrumenten, aber aufgrund der parodistischen Züge muss man das Gesamtkonzept schon mögen. Wenn man damit leben kann, macht „I Am Woman“ wirklich Spaß, und man kann die Scheibe auch schon einmal beim Besuch genrefremder Freunde daheim auflegen. Auch wenn mit die Songauswahl nicht zu hundert Prozent zusagt.
(7/10 – CB)