SALTATIO MORTIS LIVE in der Edel-optics.de Arena Hamburg

Saltatio Mortis

Edel-optics.de Arena Hamburg

03. Dezember 2022

22 Jahre ist es nun her, dass diese Band ihre ersten Auftritte hatte; damals standen die Musiker mit Trommeln und Sackpfeifen an Straßenecken herum und spielten für das Geld, das man ihnen in die Hüte warf. Sie hätten das damals ja selbst nicht gedacht, sagen Saltatio Mortis heute: Dass man mit Schnabelschuhen, Schellenband und Dudelsack irgendwann mit vier Nummer-Eins-Alben dasteht und mit einer goldenen Schallplatte noch dazu. Und dass es eine so bunte Truppe, auch nach über zwanzig Jahren, immer noch schafft, so erfolgreich zu sein, in einer Welt, die zunehmend grau wird – allein das ist ein Zeichen, das Hoffnung macht. Hoffnung, die nach der Corona-Ausnahmesituation auch dringend notwendig scheint.

Doch nicht nur die Welt da draußen hat sich verändert, auch im kleinen Saltatio-Kosmos hat sich einiges getan: Zeitgleich mit dem Release von “Für immer frei” wurde Lasterbalk – Gründungsmitglied, Schlagzeuger, Texter und Manager von Saltatio Mortis – Vater einer kleinen und sehr bezaubernden Tochter. Kinder verändern die Welt, und so scheidet er aus dem zeitintensiven Tour-Geschäft aus, um seine Tochter aktiv beim Aufwachsen zu begleiten. Die Drumsticks übernimmt Jean und sorgt mit seiner unbändigen Spielfreude für die richtigen Beats.

Und genau davon konnten sich am ersten Dezember-Sonnabend 2022 die Hamburger Fans in der Wilhelmsburger Edel-optics.de Arena überzeugen. Nachdem die aus Stuttgart stammende Rockformation Antiheld die sehr gut gefüllte Halle bereits „in Schwung“ brachte, starteten die Mannen um Sänger Jörg Roth (Alea der Bescheidene) mit „Große Träume“ vom Album „Brot Und Spiele“ in den Abend. Wie bei den Kollegen von In Extremo gibt es auch bei Saltatio Mortis keine schlechten oder mittelguten Konzerte, es gibt nur sehr gute oder exzellente Abende.

Zweites erlebten die Hamburger Zuschauer Anfang Dezember 2022, denn egal welcher Song präsentiert wurde, entweder wurde gehüpft oder die Arme von links nach rechts und andersherum gewedelt. Dass alle Anwesenden textsicher waren, braucht nicht extra erwähnt werden! Gefühlt noch ein Ticken extremer wurden „Wo Sind Die Clowns“, „Loki“, „Brot Und Spiele“, „Brunhild“, „Mittelalter“ oder „Seitdem Du Weg Bist“ gefeiert.

Bei den Zugaben entledigte sich Sänger Jörg Roth dann komplett von allen Oberteilen, es war trotz fehlender Feuer/Pyroshow (ist in der Edel-optics.de Arena verboten) warm auf und vor der Bühne.

Abgeschlossen wurde dieser Dezemberabend – wie immer – mit dem Spielmannsschwur, bei dem sowohl Band als auch Zuschauer gesanglich noch einmal alles gaben, bevor es dann wieder in die kalte Winternacht hinausging.

Text & Foto-Credits by Alexander Stock